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Dienstag, 9. Juli 2013

Weltreise-Unlimited Zwischenbilanz 2

An unserem 365. Reisetag kamen wir in Deutschland an.
Unser 2. Reisehalbjahr führte uns nach Laos, Thailand, Malaysia, Indonesien, Australien (Northern Territory, South Australia) und Singapur. Die ursprünglich geplanten Länder Vietnam, Myanmar, Kambodscha sowie weitere Teile Indonesiens und Malaysias haben wir weggelassen bzw. auf Eis gelegt. Hinzu kam überraschend ein zweites Mal Australien und Singapur.

Zeitlicher Ablauf:
Die Reihenfolge der Länder in Südostasien hatten wir unterwegs geändert. Wir sind zunächst in die Länder Laos und Thailand gereist, da es dort im April ziemlich heiß wird und wir schon spät dran waren. Thailand haben wir wesentlich länger bereist als geplant. Danach ging es nach Malaysia und Indonesien, wo wir wesentlich weniger Zeit verbrachten als geplant. Die zeitliche Lücke füllte Australien mit 5 Wochen Reisedauer. Eher zufällig kamen wir nach zwei Tagen Singapur am 365. Reisetag in Deutschland an.
Nach der ursprünglichen Planung wären wir seit Anfang Juli in Südamerika. Wir haben uns jedoch entschieden zumindest vorübergehend das Reisemittel zu wechseln und Europa hinzugenommen.

Gründe für die Umplanung waren extrem hohe Temperaturen in Kambodscha, Vietnam und Myanmar und die Veränderung unserer Interessen. Malaysia haben bis auf Nationalparks als eher uninteressant empfunden. Sowohl Malaysia als auch  Indonesien sind zum einen auf Tourentourismus ausgelegt, zum anderen gibt es einen Backpacker-"Highway". Beides ist nichts für uns. Individualreisen kann hier relativ teuer werden.

Finanzen:
Wir hatten erwartet, dass Thailand teurer ist als Laos. Es stellte sich heraus, dass es umgekehrt ist. Während der ersten Hälfte unseres Thailandaufenthaltes waren die Übernachtungskosten geringer als die Kosten für Essen. Das war sonst nirgendwo der Fall. Sowohl Laos und Thailand sind günstige Reiseländer.
Wie erwartet waren Malaysia und Indonesien teurer als Laos und Thailand. Vor allem die Übernachtungen sind teurer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis nimmt hier drastisch ab. Reisen in Malaysia und Indonesien ist vielerorts nur mit Reiseagenturen sinnvoll, was die Angelegenheiten teurer macht. Individualtouristen wird das Leben oft schwer gemacht, da Zugang zu vielen Nationalparks nur im Rahmen einer Tour oder mit Guide erlaubt ist. Unternimmt man etwas doch im Alleingang spart man kein Geld.
In Indonesien haben die vielen Inlandsflüge innerhalb kurzer Zeit unsere Transportkosten in die Höhe getrieben. Unseren geplanten Südotasienschnitt von 500 Euro pro Monat pro Person haben wir daher um etwa 15% überschritten.
Australien kam unplanmäßig dazu. Die kurz vor der Einreise abgeschätzten Kosten konnten wir gut einhalten.
Vor allem durch den zweiten Australienaufenthalt und Fiji aus dem ersten Halbjahr liegen wir jetzt über den ursprünglich geplanten Kosten. Da wir unvorhergesehene Mehrkosten eingeplant haben und sich diese im vernünfigen Rahmen bewegen, wird dieser Punkt kaum Einfluss auf die weitere Durchführung der Reise haben.

Übernachtung pro Tag pro Person
Laos: 5,4 Euro
Thailand: 4,9 Euro
Malaysia: 8,8 Euro
Indonesien: 8,9 Euro
Australien: 8,6 Euro (Campsites)
Singapur: 21,2 Euro

Essen pro Tag pro Person
Laos: 3,6 Euro
Thailand: 4,4 Euro
Malaysia: 4,7 Euro
Indonesien 3,9 Euro
Australien: 3,9 Euro (ausschließlich Selbstversorgung)
Singapur: 12,6 Euro

Transport pro Tag pro Person
Laos: 5,0 Euro
Thailand: 2,7 Euro
Malaysia: 4,2 Euro
Indonesien: 17,7 Euro
Australien: vergleichsweise teuer, wir hatten ein kleinen Camper, auf den knapp 6000 km haben wir für 790 Euro Benzin verfahren.
Singapur: 5,4 Euro

In Südostasien haben wir hauptsächlich im Doppelzimmer übernachtet, in Thailand gelegentlich im Zelt. Gegessen haben wir in Garküchen und auf Märkten, gelegentlich haben wir selbst gekocht.
Der Transport erfolgte per Bus, Sammeltaxi und Zug, in Malaysia und Indonesien auch per Flugzeug.
Die vielen Flüge in Indonesien innerhalb kurzer Zeit erklären die hohen Transportkosten.
In Australien haben wir nur im Camper in einfachen Bushcamps und Caravan Parks übernachtet. Die Campsites im Zentrum waren erheblich günstiger als die an der Ostküste. Wir haben ausschließlich selbst gekocht. Der Benzinpreis (Unleaded 91) schwankte zwischen 1,45 und 2,33 AUSDollar.

Gesundheit:
Außer einem Hundertfüßlerbiß hatte ich auch im zweiten Halbjahr keine gesundheitlichen Probleme, aber kaum zurück in Deutschland hatte ich wegen niedriger Temperaturen eine leichte Erkältung:).
Anne hatte in Thailand nach einem kleinen Sturz eine Schürfwunde am Knie und einen Hautausschlag in Laos.

Ausrüstung:
Wir haben unterwegs teilweise Kleidung ersetzt, was in Südostasien recht günstig ist. Mein Tagesrucksack hat durch Verschleiß den Geist aufgegeben, so dass er ersetzt werden mußte.
In Deutschland steigen wir vom Rucksack auf Fahrradtaschen um, Outdoorkleidung wird durch Fahrradkleidung ersetzt.

Unsere bisherigen Lieblingreiseziele:
Meines: immernoch Afrika, im zweiten Halbjahr war Australien, Thailand, Laos und Flores gut, Singapur nicht zu vergessen.In Malaysia leider nur die Nationalparks.
Annes: Fiji bleibt Favorit, aber wir haben sehr viele tolle Länder bereist... Das Stranderlebnis war in Thailand am besten, die Menschen auf Flores waren faszinierend und herzlich und das Reisen machte in Laos und Nordthailand unglaublich viel Spaß. Und dann ist da noch Afrika:-)

Sichtbare Umweltprobleme unserer Reiseziele:
Allgemein hat Südostasien (ohne Singapur) Müll ein gravierendes Problem. Während man in Thailand und Malaysia das Problem zumindest an Land einigermaßen im Griff hat, ist der Zustand in Laos katastrophal. Man hat hier nicht gelernt mit Kunstoff und Glasmüll umzugehen. Dieser wird vermutlich aus Gewohnheit einfach irgendwo hingeworfen. Die Meere vor Südostasien sind extrem vermüllt, was man auf Bootfahrten und am Strand nicht übersieht.
Das Hauptproblem in Malaysia sind Palmölplantagen so weit das Auge reicht. Es werden große Waldgebiete brandgerodet und durch eine Ölpalmen Monokultur ersetzt. Es bietet sich sehr oft ein Szenario des Schreckens, welches eine gute Kulisse für einen Endzeitfilm wäre. Während im Rest der Welt auf der großen Uhr noch fünf vor 12 ist, ist es hier schon zwei Minuten nach 12.
Die Tier und Pflanzenwelt wird dadurch auf kleine Gebiete verdrängt und viele endemischen Arten sind vom Aussterben bedroht. Hier muss international dringend unter die Arme gegriffen werden. Man wirbt im Tourismus gerne mit der grandiosen Tierwelt Malaysias, aber die Bestände sind stark gefährdet. Bis auf die Nationalparks war Malaysia für uns als Reiseland eher uninteressant. Diese sollte man dort unbedingt besuchen, weil es sich lohnt und deren Fortbestand sichert.
In Nordthailand und Laos ist Brandrodung ein enormes Umweltrisiko.
In Thailand und Laos werden Arbeitselefanten jetzt im Tourismus eingesetzt.
Verhaltensstörungen sind selbst für Leihen nicht zu Übersehen. Affen werden als Ausstellungsstück noch in kleinen Käfigen gehalten und müssen vor sich hinvegetieren. In Malaysia und Indonesien werden Orang Utans als Haustiere gehalten, die Eltern werden getötet und das Junge in einen Käfig gesteckt. Das Alles sollte eigentlich nicht mehr zeitgemäß sein und hat im 21. Jahrhundert nichts verloren.
In Südostasien hat Umweltschutz von der Politik bis zum Einzelnen einen bedenklich geringen Stellenwert.
In Australien sind die enorm großen Weidegebiete eine Gefahr für das Buschland. Ähnlich wie in Namibia und Botswana benötigt man für wenige Weidetiere große Landflächen. Der offene Buschwald wird dadurch zerstört. Auf einem einhundert Kilometer langen Streckenabschitt in Südaustralien kann man sich davon ein gutes Bild machen: buschloses Weideland mit wenigen Schafen so weit das Auge reicht.

Menschen und Kulturen:
Südostasien. Andere Länder andere Sitten:-) Wir fühlten uns durchweg wohl in diesem extrem bevölkerten Teil der Erde, nur Lärm und Umweltprobleme wurden uns manchmal zuviel.
Ein Hauptgrund, dass wir uns so wohlfühlten, ist wohl, dass wir zwar neugierig betrachtet, fotografiert und angesprochen wurden, jedoch mit einer angenehmen asiatischen Zurückhaltung. Kommunikation fand durch sprachliche Barrieren oft mit Augen, Händen und Bildern statt, was zu wesentlich intensiveren Begegnungen führte als in unseren bisherigen Reiseländern.
Entgegen der gängigen Reisewarnungen fühlten wir uns nirgends unsicher.

In Singapur sprechen Inder, Chinesen, Malayen und Indonesier plötzlich gutes Englisch:-). Die vielen Kulturen leben friedlich mit- und nebeneinander. Singapur macht uns einfach Spaß und in weniger touristischen Stadtteilen kann man trotz Verwestlichung und dem Großstadtpomp noch das echte Asien erleben: Wuselige Foodcourts, exzellentes Essen, little India und Chinatown mit den typischen Läden, bunte Märkte mit Obst, Gemüse und Fleisch, Geruch und verschiedenste Flüssigkeiten auf dem Boden inklusive:-) Wir kommen wieder!

Die Australier des Northern Territory werden von den Ostküstenbewohnern oft belächelt, da sie "hinterwäldlerisch" seien und unzivilisiert. Uns haben sie gezeigt, dass es auch sehr interessante und unkomplizierte Menschen in Australien gibt. Nach unseren überwiegend negativen Begegnungen mit Australiern an der Ostküste und auch in anderen Ländern (allen voran: Bali) war das nun sehr überraschend:-)
Im Outback trifft man dann endlich auch mal auf Aborigines, allerdings eher im Zusammenhang mit Alkohol, Petrol-Sniffing oder als "Touristenattraktion". Die Ureinwohner werden im Outback extrem vermarktet, wir haben bis heute kein klares Bild von ihnen. Auch ist für uns fraglich, ob es die "wilden" Aborigines überhaupt noch gibt, allerdings haben wir uns nur sehr wenig mit dem Thema beschäftigt.

Reise- und Sicherheitshinweise:
Entgegen der Angaben der Auswärtigen Amtes war Sandakan in Sabah sicher bereisbar.
In einem Gebiet östlich von Sandakan fielen im Frühjahr philippinische Rebellen ein.
Während des zweiten Reisehalbjahres gab es keine schwerwiegenden kriminellen Aktivitäten gegen uns.  Einzig und allein in der Touristenhochburg Bali wurden ich beim Geldwechsel in einer vermeintlichen Wechselstube um etwa 15 Euro betrogen. Der Trick war einfach und danach sofort durchschaubar. So etwas passierte nur, weil ich mir meiner Sache zu sicher war. Wenn sie das Geld so dringend brauchen, sollen sie es behalten und sich ein Eis davon kaufen:-)

Montag, 20. Mai 2013

Kulinarisches Südostasien

4 Monate sind wir nun durch Südostasien gereist, haben uns durch die Garküchen Laos, Thailands, Malaysias und Indonesiens gegessen. Wo hat es am besten geschmeckt? Eindeutig in Thailand, gefolgt von Indonesien. Denken wir heute die Thaicurrys auf Ko Chang, läuft uns noch immer das Wasser im Mund zusammen...

Die hygienischen Verhältnisse scheinen grob gesehen gut gewesen zu sein. In Laos hatten wir vermutlich noch mit der Nahrungsumstellung zu kämpfen, hier mussten wir vor Busfahrten öfter mal zu Imodium greifen, sämtliche Nahrungsaufnahme musste mit Reisemittel und Fahrzeiten abgestimmt werden:-) Nach 2 Wochen war aber auch das überstanden.
In Deutschland undenkbar: Wir haben aus benutzen Bechern getrunken, Eis in Getränken gehabt, Wasser unbekannter Herkunft und Fruchtsäfte getrunken und geschältes Obst gegessen. Die "Lagerung" von Eiern und Fleisch bei 30°C löst bei mir in Deutschland schon Magenkrämpfe aus, ich frag mich bis heute, warum wir trotz teilweise weichgekochter Eier keine Salmonellen bekommen haben. Den Geruch von rohem Fleisch auf Märkten werde ich wohl so schnell nicht vergessen, gut durchgebraten auf dem Teller schmeckt dann aber alles wie bei uns. Wenn Fleisch, wählten wir meistens Huhn. Hauptspeise in Asien ist natürlich Reis. Zuhause ungeliebt, haben wir uns hier recht schnell daran gewöhnt und mögen ihn auch. In Malaysia und Indonesien geben wir Nudeln (Mie Goreng) aber ganz klar den Vorrang - besser gewürzt und in Indonesien seeeehr lecker. Was die Asiaten auch sehr gut können: Brühen. Thomas hasst Brühen eigentlich, in Laos konnte er nicht genug davon bekommen;-)
Von deutschen Essgewohnheiten muss man sich hier ganz schnell verabschieden, Nudelsuppe oder Nudeln zum Frühstück, dazu ein Kaffee mit dicker süßer Sahne ist Standard. Meist Nescafe, aber es gibt ab und an auch frisch gebrühten mit Kaffeesatz.
So oft wie möglich haben wir uns durch das Angebot tropischer Früchte gegessen. Oder sie in Form von Fruchtshakes getrunken.
Das alles wird uns bald fehlen, wir lieben die asiatische Küche schon immer.
Mein Heisshunger auf deutsches Essen, insbesondere Wurst oder ein ganz normales Frühstück mit richtigen Brötchen usw. hat sich gelegt, letztendlich deshalb, weil ich mich nicht mehr erinnern kann, wie manche Dinge schmecken. Heute früh gab es allerdings geräucherten Lachsschinken und Salami zum Frühstück - ich hab ersteinmal nur den Geruch eingesaugt und dann gegessen, bis mir ganz schwindelig wurde... :-) Neulich war mal Rosmarin auf einem Hefeteilchen. Auch dieser Geruch und Geschmack haben mich umgehauen. Das erste Eis seit Ewigkeiten, Käse, Tomaten, Kartoffeln oder auch Zwiebeln haben bei uns schon zu ähnlichen Geschmackserlebnissen geführt - obwohl wir nicht hungern und uns môglichst vielseitig ernähren.

Freitag, 10. Mai 2013

Nasenaffen am Kinabatangan River

Die letzten drei Tage verbrachten wir am Kinabatangan Fluss in einer Lodge im Dorf Sukau. Wir hatten eine 3 Tages Tour gebucht, die uns unser chinesischer Gastgeber in Sandakan empfohlen hatte. Wir waren gespannt, was uns auf der Tour erwarten würde. Man hätte auch alles auf eigene Faust organisieren können, aber in Sabah ist das Preisgefüge so gestrickt, dass man als selbstständig agierender Individualreisender fast genauso teuer reist. Der Aufwand ist dafür unverhältnismäßig höher. Es hat fast den Anschein als würde einem das eigenständige Reisen künstlich schwer gemacht... Wie auch immer :) ...wir hatten dort eine spannende Zeit. Es war wie das Eintauchen in eine andere Welt, nachdem wir zwei Stunden durch Palmölplantagen gefahren waren - dazu später mehr:). Wir unternahmen vier Bootstouren zu unterschiedlichen Tagezeiten auf dem Fluss und zwei kurze Trekks. Gesehen haben wir u.a. Orang Utans, Zwergelefanten, unterschiedliche Vogelarten, Krokodile und die heimlichen Stars von Borneo, die etwas im Schatten der Orang Utans stehen: die Nasenaffen. Diese Affen strahlen eine unglaubliche Lässigkeit aus und v.a. die Männchen haben durch ihre Nase ein sehr markantes Aussehen. Von den Einheimischen werden die Affen gerne als Holländer Affen bezeichnet. Wir haben uns sagen lassen, das sei wegen dem Bauch und der Nase. Der Nachttrekk war sehr spannend. Es ging teilweise weglos durch ein unwegsames Waldstück nahe des Dorfes, wo wir sogar einen Western Tarsier sahen. Wir hatten hier am Fluss eine sehr erfreuliche Zeit, was ja leider in Malaysia selten der Fall war - Ausnahme waren der Taman Negara und der Penang Nationalpark. Meinen Gesamteindruck von Malaysia gibt es demnächst im nächsten Post :)....
Morgen ist der ersehnte Flug über Kuala Lumpur nach Bali. Manch einer mag sich fragen, was wir in der Touristenhochburg Bali machen.
Zwei Gründe:
- Unser Gate nach Indonesien
- Ein deutschsprachiger Tauchkurs, d.h. zunächst ein Schnupperkurs und bei gefallen den PADI Open Water Diver

Hier gibts ein paar neue Videos: WeltreiseUnlimited

Montag, 6. Mai 2013

Andere Länder, andere Sitten: Malaysia

Gestern waren hier in Malaysia Parlamentswahlen. Eine ganz große Sache, da die barisan nasional seit 57 Jahren regiert und in diesem Jahr die Opposition große Chancen hatte, einen Machtwechsel herbeizuführen. Es wurde viel Wahlwerbung betrieben, Autos waren mit Fahnen und den Seitenspiegelüberziehern, die man von der Fußball-WM aus Deutschland kennt, geschmückt. Gestern war dann so etwas wie ein Feiertag: die Wahl. Jedem, der wählte, wurde der linke Zeigefinger schwarz angemalt, damit er nicht zweimal wählt. Unser gestriger Taxifahrer meinte, die Malaien seien "dirty" bei solchen Sachen. Unser Hotelbesitzer erklärte uns, dass bei der Auszählung für ein paar Sekunden das Licht ausging und plötzlich mehr Wahlzettel da lagen.
Eigentlich isst man hier mit den Händen, sagt zumindest der Reiseführer. Das sehen wir selten, meist gibts Löffel und Gabel oder Stäbchen, für Ausländer sowieso. Wichtig ist: alles wird mit der rechten Hand zum Mund geführt.
Die Linke ist für die hygienischen Verhältnisse am Hintern zuständig. Hierfür wird eine Wasserdusche bei den Toiletten benutzt, Klopapier braucht man eigentlich nicht oder nur sehr wenig. Aber in solchen Dingen hält auch der Westen Einzug: es gibt immer mehr Kloschüsseln statt dieser Löcher im Boden und ab und an bekommt man auch Klopapier. Wir haben uns angewöhnt, immer etwas dabei zu haben.
Öffentlicher Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau und freizügige Kleidung sind verpönt, manchmal weisen sogar Schilder darauf hin. Wir halten uns daran, eigentlich schon seit Laos - nicht einmal Händchenhalten ist drin. Männer hingegen dürfen das. Händchenhalten, Arm in Arm laufen, Streicheln. Hier in Sabah ist es erstmals richtig auffällig - für uns wiederum ungewohnt. Homosexualität hingegen wird mit Gefängnis und/oder Stockschlägen bestraft.
Gerotzt wird auch hier ordentlich, wie überall in Asien und überhaupt am anderen Ende der Welt. Rülpsen gehörte ja schon in Australien und Neuseeland zum guten Ton. Ob wir uns das wieder abgewöhnen können?;-)
Auf den Autobahnen West-Malaysias sahen wir immermal wieder Motorradfahrer, die uns auf ihrem Motorrad liegen mit hohem Tempo überholten. Das ist wohl ebenfalls in und führte schon zu zahlreichen Todesfällen.

Wir sind nun in Sandakan, meine aktuelle Nr.1 der schrecklichsten Städte der Welt. Es ist laut, hässlich und ich gehe nicht allein aus dem Hotelzimmer.
Wir haben nun tatsächlich eine Tour gebucht:-) 3 Tage/2Nächte am Kinabatangan River. Es kann nur besser werden.
Für alle, die schon Rätseln, wo unser nächster Flug hingeht: Bali. Auf zur Landkarte!;-) Und wer schonmal dort war: Wir freuen uns über Reisetipps in Indonesien!

Samstag, 4. Mai 2013

Lust und Frust auf Weltreise - Reisen in Sabah

Wir sitzen noch immer in Kota Kinabalu - nicht weil die Stadt uns gefällt, sondern weil Malaysia uns sehr frustriert. Das, was wir an West-Malaysia kritisiert haben, setzt sich hier teilweise extrem fort. Die Reisebranche setzt sich aus Monopolen zusammen, die für Unterkünfte an Sehenswürdigkeiten oder Touren hohe Preise verlangen - die wir uns teilweise aus Geiz, teilweise aus Prinzip nicht leisten wollen. Tja, und dann bleibt nicht mehr viel übrig. Für eine Reise in Sabah sollte man viel Geld mitbringen, zumindest wenn man nicht mit Jugendgruppen im Schlafsaal übernachten möchte. Außerdem sollte man möglichst viel oder gleich alles vorbuchen und sich für einen reibungslosen Ablauf auf Pakete der Tourenveranstalter einlassen. Einheimische sind es definitiv nicht gewohnt, dass Touris hier auf eigene Faust durchs Land reisen und können einfachste Fragen nach einem Bus o.ä. nur mit einem Nein oder einer Lüge zu beantworten. Aaaahhh.... Ob das nun mit Absicht, aus Dummheit oder Sprachbarrieren geschieht, werden wir nie erfahren. Wir waren es aus Thailand und Laos gewohnt, uns durchzufragen. Das funktioniert hier nicht, sprich man nimmt am besten den Reiseführer und sucht sich alles zusammen. Oder noch besser: man lässt suchen und bucht eine Tour.
Uns ist die Lust vergangen, wir werden Malaysia noch Ende der Woche verlassen. Bis dahin schlagen wir uns zum Osten Sabahs durch (wir haben heute eines der wertvollen Bustickets nach Sandakan ergattert. Allein die Geschichte füllt schon einen halben Roman) und wenn uns alles zu blöd wird, buchen wir uns in eine Tour ein. Und dann gehts ab nach Indonesien. Auf den ersten Blick läuft es dort ähnlich, aber wir möchten uns wenigstens ein Bild machen.
Solche Momente können ganz schön runterziehen. Du hast dich auf ein Land vorbereitet und nichts funktioniert. Busse sind voll, Unterkünfte ausgebucht oder Gruppen vorbehalten, Du wirst veräppelt oder zahlst horrende Preise für einen geringen Gegenwert. Dann sitzt du da, verlierst an allem die Lust und musst innerhalb kurzer Zeit umplanen (wer hat schon Lust, wochenlang in einer asiatischen Stadt zu bleiben?). Dann heißts: Reiseführer wälzen, im Internet recherchieren, Routen entwerfen und wieder verwerfen, Wetter, Flugpreise und Reisemöglichkeiten checken, Sicherheit und Visum checken, drüber schlafen und wieder umplanen. Seit ein paar Tagen geht das so. Mir raucht der Kopf. Ab und an kommt dann der Gedanke:"So eine Tour hat auch was, da muss man nicht viel mitdenken;-)" Nein, das passt nicht zu uns. Wir haben lieber das meiste selbst in der Hand und haben keine Lust auf gezwungenen Smalltalk beim Abendessen. Wenn es passt, gerne. Aber nicht in einer Horde Jugendlicher oder einer lauten chinesischen Reisegruppe.
So bewegt man sich als Weltreisender ständig auf Berg- und Talfahrt, zwischen Manie und Depression...

Dienstag, 30. April 2013

Ein kleines Statement zu West-Malaysia

Wie man schon ahnen konnte: West-Malaysia war nicht so unser Ding. So richtig viel haben wir nun zwar nicht gesehen, aber das Land hat für unseren Geschmack auch nicht viel zu bieten. Interessant ist das Nebeneinander der verschiedenen Kulturen, deren Glaubenstempel, Architektur und Essgewohnheiten: Malaien, Inder, Chinesen, ... In Georgetown wohnten wir in einem Chinesen-Hotel, morgens und 5 rief der Muezzin aus der benachbarten Moschee zum Gebet und unten vor der Tür gab es malaiisches Frühstück. So extrem haben wir das bisher noch nie erlebt. Die Menschen sind entsprechend verschieden, im Touristensektor haben wir öfter mal auffallend negative Erfahrungen gemacht, in Dörfern eher auffallend positive.
Die nennenswerten Sehenswürdigkeiten des Landes kann man an einer Hand abzählen und der Spruch "Außen hui, innen pfui" wurde leider immer wieder bestätigt: Tolle Fassaden, Skyline, exzellentes Straßennetz, dahinter schmuddelige Unterkünfte (im low-budget Bereich) und Garküchen, Smog und Lärm. Ich habe so viele Ratten wie noch nie in Asien gesehen. Und die Sache mit den Plantagen... Malaysia ist unglaublich grün und war vor ganz langer Zeit sicher mal unglaublich schön. Heute ist das ganze Land voller Palmen - Palmölplantagen so weit das Auge reicht.
Es machen viele Deutsche Urlaub dort, für einen Urlaub hat das Land sicher auch Vorteile: Kulturen, Städte, Highlands, Regenwald und Tropeninseln auf relativ kleinem Raum. Wir vergleichen nun natürlich mit bisherigen Erfahrungen und hierbei schneidet West-Malaysia nicht so gut ab.
Aber es gibt da ja noch Ost-Malaysia, unterteilt in die Distrikte Sarawak und Sabah auf der malaiisch-indonesischen Insel Borneo.
Heute sind wir von Kuala Lumpur nach Kota Kinabalu in Sabah geflogen und auf den ersten Blick ist die Stadt toll: für eine asiatische Großstadt recht ruhig (sofern man dieses Wort hier in Asien überhaupt benutzen kann - selbst im Urwald fiepsen die Insekten so laut, dass man sich teilweise kaum unterhalten kann und ich stell manchmal schon mein Hörvermögen infrage), es gibt eine Uferpromenade am Meer und überhaupt Fußgängerwege. Allein dafür bekommt die Stadt schon 1000 Pluspunkte von mir!!! Jetzt müssen wir planen, was wir hier tun.
Anfang März gab es im Südosten des Landes einen kleinen Konflikt mit Philippinos, seitdem wird vom Ausland vor Reisen in den Bereich gewarnt. Hier vor Ort scheint aber alles ruhig zu sein. Das Land kümmert sich (es gibt eine Sicherheitszone) und Touristen seien sicher.