Donnerstag, 24. Januar 2013
Weltreise Unlimited Zwischenbilanz
Wir haben Namibia, Botswana, Sambia (Viktoriafälle), Australien (Ostküste), Fiji und Neuseeland bereist. Fiji stand nicht in der ursprünglichen Planung.
Zeitlicher Ablauf:
Im "Zeitplan" hinken wir etwa drei Wochen hinterher. Das liegt daran, dass Fiji hinzukam und Neuseeland zwei Wochen länger dauerte. In Australien waren wir kürzer als geplant, so dass dies teilweise ausgeglichen wird. Laut Planung wären wir schon Anfang Januar 2013 hier in Asien.
Finanzen:
Die Reisekosten stimmen gut mit der Planung überein.
Fiji kam als zusätzlicher Kostenpunkt hinzu. Die zusätzlichen Ausgaben konnten wir vorher gut abschätzen. In Neuseeland liegen wir 10 Prozent über den geplanten Kosten, da wir dort 2 Wochen länger waren. Die Zusatzkosten sind durch einen Puffer finanziert. Für Interessierte ein Auszug aus unseren Ausgaben:
Übernachtung pro Tag pro Person
Afrika: 8,6 Euro
Australien: 13.7 Euro
Fiji: 12.5 Euro
Neuseeland 11,2 Euro
Essen pro Tag pro Person
Afrika: 5,4 Euro
Australien: 5,4 Euro, bei Wasser und Brot :)
Fiji: 4,1 Euro, Potential nach unten vorhanden
Neuseeland: 6,6 Euro, wir haben uns oft verleiten lassen:), Potential nach unten vorhanden
Transport pro Tag pro Person
Afrika: teuer, wir hatten ein voll ausgerüstetes Allradauto für 9 Wochen
Australien: 12,1 Euro, inkl. 2 Wochen Kleinwagen
Fiji: 4 Euro
Neuseeland: 8,5 Euro, inkl. 8 Tage Kleinwagen
Übernachtet haben im Zelt und im Doppelzimmer. Essen gab es aus dem Supermarkt und gelegentlich aus Schnellrestaurants. Wir achten auf die Abdeckung der Vitamine, Mineralstoffe, Energie und Proteine.
Gesundheit:
Gesundheitlich gab es bis auf Annes Knieverletzung und eine Blasenentzündung keine grossen Schwierigkeiten, das Knie ist mittlerweile gut ausgeheilt.
Ausrüstung: Ein paar Sachen haben wir ersetzen müssen, die Kosten sind überschaubar und in den Reisekosten verrechnet.
So langsam machen T-Shirts, Hosen und Schuhe schlapp.
Unsere bisherigen Lieblingreiseziele:
Meines: Afrika
Annes: Fiji
Sichtbare Umweltprobleme unserer Reiseziele:
Bis auf Fiji wurde in allen Ländern auffällig viel Rinderzucht betrieben. Bekanntlich ist Rinderzucht die ineffizienteste Form der Fleischerzeugug. Es werden enorm viel Wasser und riesige Gebiete als Weideland benötigt. Besonders in den trockenen afrikanischen Ländern kommt es hier zu starker Überweidung. Dies hat den Verlust von Grundwasser zur Folge und das Land wird letztendlich in Wüste umgewandelt. Außerdem werden Wildtiere vertrieben. Profiteure sind die wenigen Großgrundbesitzer, die das Fleisch nach Europa und in die Nachbarländer exportieren.
In Neuseeland kam es Aufgrund von Rinder und Schafzucht zur Rodung großer Waldgebiete und damit zu einem starken Rückgang der heimischen Fauna.
In Afrika ist Wilderei, vor Allem auf Nashörner, ein schwer kontrollierbares Problem.
In Fiji ist Müll ein Problem. Oft wird er einfach irgendwo hingeworfen. Man versucht dies durch Regierungskampagnen zu verbessern.
Der zunehmenden Plantagenwirtschaft in Fiji fallen Waldgebiete zum Opfer. Den selben Effekt hat der Ausbau der touristischen Infrastruktur. Menschen und Kulturen:
Im südlichen Afrika konnten wir die Menschen anfangs schlecht einschätzen. Wir hörten von hohen Kriminalitätsraten (v.a. in Windhoek) und hielten uns daher zurück. Im Laufe der Zeit wurde das anders. Wir fühlten uns selten unsicher, hielten aber natürlich sämtliche üblichen Sicherheitsvorkehrungen ein, ließen den Wagen nie allein usw. Alles in allem war der Kontakt mit den Einheimischen sehr herzlich, in abgelegeneren Gebieten natürlich auch interessanter. Wir kamen oft mit Einheimischen ins Gesprächen und erfuhren viel über deren Leben und oft auch Nöte. Übrigens arbeiten hier die Frauen, Männer hängen meist im Dorf rum und nicht selten trinken sie Alkohol, wenn nötig gehen sie jagen. Traditionelle Medizin, Medizinmänner und Rituale spielen hier noch eine sehr große Rolle. Bettlern sind wir ebenfalls oft begegnet, oft verkauften diese auch selbstgeschnitzte Andenken. Mit der Zeit wurde der Umgang damit anstrengend: Manche schienen nicht notleidend zu sein, andere waren es, bettelten aber nicht. Man kann nicht jedem geben, gibt man überhaupt etwas? Als Reisender ist man der Reiche...
Die Stämme und Völker Namibias und Botswanas, die auf einfachste Weise mit traditioneller Lebensweise im Lehmhütten leben waren natürlich faszinierend. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es davon noch so viele gibt.
Ein schwieriges Thema war der Umgang zwischen Schwarzen und Weißen, die Apartheid ist trotz Gegenmaßnahmen im Umgang miteinander noch sehr zu spüren.
Australier haben wir nur an der Ostküste erlebt. Die meisten Menschen wirkten auf uns etwas prollig und oberflächlich, westlicher Lebensstil. Ab und zu begegneten wir aber auch interessanten Aussies, die so waren, wie man sie sich vorstellt: nett, locker, gastfreundlich und offen. Es wurde schnell klar, dass der riesige australische Kontinent so viele verschiedene Menschen wie Regionen hat. Unser Einblick war kurz und sehr beschränkt.
Die Bewohner Fijis waren die herzlichsten und offensten Menschen, denen wir bisher begegnet sind. Trotz des meist sehr einfachen Lebens oder gerade deshalb wirkten die Menschen auf uns sehr zufrieden, schenken jedem ein Lächeln und man kam schnell ins Gespräch. Auf Fiji leben aus historischen Gründen viele Inder, die meist Geschäftsleute sind. In Dörfern bekamen wir eindrucksvolle Einblicke in das traditionelle Leben der Fijianer. Die Menschen leben überwiegend als Selbstversorger, was man vor allem in Supermärkten gut sehen konnte: In Dörfern gab es neben Mehl, Eiern, Klopapier und Keksen nicht viel, in Städten gab es etwas mehr. Es herrscht ein starker Familienzusammenhalt, Generationen sind füreinander da, Trennung wegen Arbeit schmerzt. Feste werden ausgiebig und fröhlich gefeiert, der Glaube spielt eine große Rolle. Der Lebensstandard ist niedrig, richtige Armut haben wir jedoch selten gesehen.
Das Militärregime macht Fiji zu einem sehr sicheren Reiseland, bewaffnete Überfälle gibt es nicht, wir fühlten uns nie unsicher.
Spannend war die Gesundheitspolitik: In der Schule gab es ein extra Schulfach Gesundheit/Hygiene und in Tageszeitungen stolperte man immer wieder über Informationen zur Gesundheitsprophylaxe, beispielsweise war Diabetes ein großes Thema. Neuseeländer sind sehr gastfreundlich und stolz auf ihr Land. Sie freuen sich über Besucher und sind in wirklich jeder Situation für ein Schwätzchen aufgelegt, was für uns doch eher ruhige Deutsche nicht immer einfach war;-) Dadurch hatten wir tatsächlich fast täglich mit Kiwis, wie sie sich selbst nennen, zu tun. Neuseeländer sind offener und wesentlich gelassener als wir Deutschen. Nachkommen der ersten Besiedler, der Maori, erkennt man am Aussehen, ihr Lebensstil war für uns jedoch nicht erkenntlich anders, allerdings hatten wir hier keine Einblicke. Ansonsten ist Neuseeland westlich, nicht wesentlich anders als Deutschland.
Reise- und Sicherheitshinweise:
Der einzige kriminelle Vorfall, den wir erlebt haben, war der Diebstahl eines Outdoor Trockentuchs in Neuseeland (Wert 6 Euro). Wir zelteten als einzige auf einem Backcountry Campsite und ließen das Tuch in einem Shelter zum Trocknen hängen. Als wir am späten Morgen aufstanden, war es weg, vermutlich gestohlen durch ein paar Touristen, die morgens zu hören waren. Eine anderer Kanditat sind die schlitzohrigen Wekahühner.
Sonntag, 9. September 2012
Schlussbewertung zum Reiseteil Afrika
Zum Abschluss des Reiseteils Afrika möchte ich noch mal zusammenfassen, was mir besonders gefallen hat und was ich anders machen würde.
Meine persönlichen Highlights:
Moremi in Botswana (Abenteuer, Wildnis)
Zentral Kalahari in Botswana (Abenteuer, Wildnis, Abgeschiedenheit)
Caprivi Streifen in Namibia (Idyllisch, Entspannend)
Mudumu Nationalpark in Namibia (Wildnis, Abgeschiedenheit)
Kaokoveld inkl. Epupafälle in Namibia (spektakuläre, teilweise einsame Landschaft)
Namibwüste/Sossuvlei, wenn auch etwas touristisch (beeindruckend)
Namibsection des Namib-Naukluft Parkes in Namibia (Wildnis, Abgeschiedenheit, großartige Landschaft)
Was ich jetzt anders machen würde:
Etosha maximal eine Übernachtung, da zu touristisch, stattdessen Chobe in Botswana dazunehmen.
Twyfelfontein weglassen.
Im Waterberg NP maximal ein Tagesbesuch.
Staatliche Campsites in Namibia meiden, da voll und laut.
Swakopmund im Winter weglassen, da neblig, kalt, feucht.
Auto mit Schnochel mieten: sorgenfreie Flussdurchquerungen.
Dienstag, 4. September 2012
Zwischenstation Johannesburg
Seit gestern Nachmittag sind wir in unserer Unterkunft in Johannesburg in Südafrika. Schon beim Blick aus dem Flugzeug hat man gesehen, dass man in eine andere Welt eintaucht. Die Infrastruktur erinnert an Europa, die Häuser sind moderner. Momentan liegen wir in Hängematten im Garten unserer Lodge und warten auf unseren Abflug heute abend.
Johannesburg selbst werden wir nicht besichtigen, da es für die kurze Zeitspanne die wir hier haben, zu teuer wäre (Transportmittel ins Zentrum,...). Heute morgen hatten wir das erste kontinentale Frühstück seit zwei Monaten. Wir hatten sonst nur Cornflakes. Und wir hatten letzte Nacht ein Zimmer mit Bett plus Fernseher und Bad :-)
Freitag, 31. August 2012
Endstation Windhoek
Seit gestern Nachmittag sind wir wieder in Windhoek, nachdem wir noch einen Zwischenstop in der Nähe von Grootfontein eingelegt hatten . Die Vorbereitungen für Australien laufen. Morgen müssen wir noch unser Navi und unser SAT Telefon zu einem Depot bringen. Übermorgen ist Autoabgabe. Unsere 60-tägige Tour durch Namibia, Botswana und zu den Victoriafällen in Sambia geht leider zu Ende. Auf der einen Seite ging es viel zu schnell vorbei. Auf der anderen Seite freuen wir uns auf etwas ganz Neues.
Am Montag fliegen wir nach Johannesburg, von dort geht es dann in etwa 22 Flugstunden nach Sydney in Australien.
An dieser Stelle auch mal ein Dankeschön von uns an alle Leserinnen und Leser unseres Blogs für das Interesse an unserer Reise. Außerdem freuen wir uns natürlich sehr über eure netten Einträge ins Gästebuch.
Dienstag, 28. August 2012
Rundu
Auf dem Weg zurück nach Windhoek, haben wir uns heute das Städtchen Rundu als Zwischenstation ausgesucht. Rundu liegt außerhalb des Caprivistreifens, den wir damit entgültig verlassen haben.
Es ist schon verrückt: wir sitzen in Afrika und fangen nun an, unsere Reise durch Ostaustralien zu planen. Nächste Woche sind wir schon in Sydney. Noch wissen wir nicht, in welche Richtung es gehen wird. Da der Wetterbericht sagt, dass es im Süden Australiens aktuell recht frisch und regnerisch ist, werden wir vermutlich Richtung Norden fliehen. Man muss sich das Leben ja nicht künstlich schwer machen:-) Fidschi stand auch noch als Option. Die Qual der Wahl. Aber eins ist klar: Wir brauchen Bewegung. 2 Monate im Auto und man wird träge, unbeweglich und so langsam werden auch die Hosen enger.
Da wir im Moment nichts aufregend neues erleben, vielleicht mal ein paar Infos zur Malariaprophylaxe. Wir nehmen seit Beginn unserer Reise auf Anraten des Tropenmediziners einmal wöchentlich Lariam ein. Nebenwirkungen sind ab und an da (natürlich mal wieder nur bei mir, Thomas ist ja nie krank...), aber sehr schwach. Ab und an Kopfschmerzen und Anfälle von Übelkeit, aber psychisch (behaupte ich jetzt mal:-)) liegen wir beide im Normalbereich.
Ich hatte anfangs lang überlegt, ob ich mir die Prophylaxe antue, weil man ja auch (v.a. als Langzeitreisender) Stand-By-Medikamente mitnehmen kann, die man im Falle einer Erkrankung nimmt. Lariam bietet zudem keinen 100%igen Schutz, wir besuchen die Risikogebiete nicht in der Regenzeit und dann gibts ja auch noch Ärzte... Aber jetzt bin ich doch froh, da es hier im Norden viele Mücken gibt und man garnicht drumherum kommt, gestochen zu werden. Malaria ist nicht ohne und hat einen chronischen Verlauf. Muss ja nicht sein...
Sonntag, 26. August 2012
Mudumu Nationalpark
Schade, dass man Atmosphäre nicht in Tüten packen und als Souvenir mit nach Hause nehmen kann...
Gestern haben wir in einem kleinen Nationalpark übernachtet. Die Campsite direkt am Wasser besteht aus einem Platz, einer Feuerstelle und einem Plumsklo. Kein Zaun und mitten in der Wildnis. Ganz allein. Als es dunkel wird, hören wir Elefantenhorden im Wasser und an Land, mal plantschend, mal schimpfend oder beim Zertrampeln und Fressen von Büschen und Bäumen. Über uns eine Horde grauer Papageien. Vor uns schwimmt immermal ein Flusspferd vorbei, etwas weiter weg hört und sieht man sie plantschen, schnaufen und grunzen. Im Hintergrund permanent lautes Froschgequake und Insektengeklopfe. Ab und an brüllt ein Löwe. Die Sonne färbt sich tiefrot und geht unter. Klarer Sternenhimmel und heller Mondschein, Lagerfeuer.
Freitag, 24. August 2012
Zurück im Caprivi Streifen
Die Rückfahrt nach Katima Mulilo in Namibia verlief bis auf eine Polizeikontrolle recht unspektakulär.
Unser Campsite für die vergangene Nacht war relativ nah am Zentrum von Katima Mulilo gelegen. Somit konnten wir das Auto dort stehen lassen und zu Fuss die Stadt erkunden.
Wir hatten beschlossen die afrikanische Fastfoodkette "Hungry Lion" auszuprobieren, die sich auf Hänchenfleisch spezialisiert hat.
Die Burger waren sehr lecker mit richtigen Filetstücken und viel besser als vergleichbare Burger unserer heimischen Fastfoodketten.
Mittlerweile sind die afrikanischen Temperaturen auch bei uns angekommen. Heute haben wir die 35 Grad geknackt.
So langsam lassen wir uns Richtung Windhoek treiben. Heute sind wir wieder an den Kwando gefahren.
Morgen geht es vermutlich noch einmal in den Mudumu Nationalpark, wo wir in freier Natur übernachten wollen.
Donnerstag, 23. August 2012
die Victoriafälle
Da waren wir nun in Livingstone. Völlig fertig und nicht mehr in der Lage von dem feinen südafrikanischen Wein zu trinken, den wir uns zur Feier des Tages besorgt hatten. Ich hatte Kopfschmerzen und wollte nur noch schlafen... Glücklicherweise gibt es Ohropax und glücklicherweise hatte ich davon welche im Rucksack, denn die sambischen Bewohner des Nachbardorfes (und wie wir später herausfanden scheint das an vielen Orten täglich der Fall zu sein) haben mehr oder weniger Disko veranstaltet. Tierisch laute afrikanische, Latin- und Housemusik, ein Geräuschpegel wie auf einer Kirmes. Ok, aber wir haben dennoch einen Teil der Nacht geschlafen und freuten uns am nächsten Morgen auf den Besuch der Victoriafälle.
Nachdem wir unsere restlichen botswanischen Pula in sambische Kwacha umgetauscht hatten, fuhren wir zum Parkeingang der Victoriafälle, etwa 10 km außerhalb von Livingstone. Und dann waren wir auch schon drin. Man hört die Fälle schon von weitem und sieht sie dann auch recht schnell. Mit einer Breite von 1688m und einer Falltiefe von bis zu 108m gelten sie als die größte einheitlich herabstürzende Wassermasse der Welt. Sie sind doppelt so hoch und eineinhalbmal breiter als die Niagarafälle. Auch wenn man die Fälle vom Boden aus nicht in ihrer vollen Breite sehen kann, kann man doch ahnen, wie riesig sie sind und welche Gewalt das Wasser hat. Wahnsinn, wie ruhig das Wasser oberhalb der Fälle ist, richtig idyllisch. Und dann stürzen Massen von Wasser in die Tiefe, es spritzt, bei Wind regnet es von unten, es rauscht und plätschert und in der Ferne sieht man die riesige Nebelwolke der aufsteigenden Gischt der Main Falls. Beeindruckend!
Je nach Jahreszeit und vorausgegangenem Regenfall wirken die Fälle unterschiedlich. In der Regel ist von März bis Mai Wasserhochstand, wo der Wasserfall dann in voller Breite hinabstürzt. Im Moment ist der Wasserstand so, dass sich im sambischen Teil viele einzelne größere und kleinere Fälle bilden. Von Sambia aus konnten wir den östlichen Teil der Fälle bestaunen. Es gibt mehrere Spazierwege zu Aussichtspunkten, teilweise wird man durch die aufwirbelnde Gischt ziemlich nass. Durch die hohe Feuchtigkeit ist es gegenüber der Fälle sehr grün, auf dem Weg zum Boiling Pot unterhalb der Fälle hat man den Eindruck als Laufe man durch Regenwald. Ein krasses Kontrastprogramm zum überwiegend trockenen südlichen Afrika, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Sambia - Anreise nach Livingstone bei den Victoria Fällen
Die vergangenen Tage haben wir in Livingstone in Sambia verbracht und die Viktoria - Fälle besucht. Doch bis dahin waren noch ein paar kleine Aufgaben zu meistern.
Aufgabe 1 : Rote Reflektoren für das Auto beschaffen.
In Sambia müssen am Heck des Autos rote Reflektoren angebracht werden. An mehreren Tankstellen in Katima Mulilo konnte man uns nicht weiterhelfen. Ein Reifenhändler hat uns schliesslich eine Tankstelle genannt, bei der man diese aufklebbaren Reflektoren bekommt. Diese gab es dann als Meterware :-) zu kaufen.
Die Reflektoren mussten wir also zuschneiden und aufkleben. Dann fuhren wir Richtung Grenze.
Aufgabe 2: Der Grenzübergang nach Sambia.
Für die Einreise hat man sich für den mit dem Fahrzeug einreisenden Touristen ein paar Gebühren einfallen lassen, um die Staatskasse aufzubessern. Zuerst mussten wir das Immigration Office aufsuchen, wo wir die Gebühren für die Visa zahlen mussten.
Dann wurden wir in ein Hinterzimmer verwiesen, wo sich das Zoll Office befand. Hier hat man die Carbon Tax bezahlt. Nachdem wir das Gebäude verlassen hatten, wurden wir von einer freundlichen Dame abgefangen, die einen zu einem alten Wohnwagen führte, wo man die in Sambia vorgeschriebene Third Party Insurance bezahlt. Bei einem Herren konnten wir noch die Council Levy bezahlen. Danach ging es noch an eine Bude, wo wir die Road Tax zahlen durften.
Etwas entnervt, um einiges ärmer und sich zurückerinnernd an die Einfachheit der deutschen Behördenabläufe ging es weiter zu
Aufgabe 3: 200 km Schlaglochteerstrasse nach Livingstone.
So ist Afrika.
Nach Lösung der Aufgaben kamen wir dann am späten Nachmittag in Livingstone an, wo wir uns etwas außerhalb eine Campsite suchten.
Samstag, 18. August 2012
Hippos und Krokodile
Die Tage vergehen wie im Flug. Jetzt sind wir schon fast eine Woche im Caprivistreifen und es kommt uns nicht so lange vor. Wir genießen es, mal weniger im Auto zu sitzen und lassen es ziemlich ruhig angehen. Damit keine Langeweile aufkommt, wechseln wir ab und an die Campsite und erkunden dabei den Caprivistreifen von West nach Ost: Bwabwata Nationalpark, Mudumu-Nationalpark, Katima Mulilo, Okavango-River, Kwando-River und jetzt sind wir am Zambezi-River. In allen Flüssen leben Flusspferde und Krokodile und unglaublich viele bunte Vögel.
Auf unserer Fahrt mit dem Mokoro sind wir diesen Flussbewohnern sehr nah, für meine Verhältnisse teilweise zu nah, gekommen. Die Fahrt mit dem Einbaum ist sehr empfehlenswert und sollte im Okavango oder Caprivi unbedingt gemacht werden. Man erfährt viel über Tiere, Land und Leute und die Atmosphäre und Perspektive sind einzigartig.
Gestern haben wir dann mal wieder einen Game Drive, diesmal im Mudumu-Nationalpark, gemacht. Die Wege waren mal wieder übel, teilweise extrem tiefsandig, so dass wir unseren Game Drive auf ein kleines Gebiet begrenzt haben. Es waren wieder viele Tiere unterwegs: Elefanten in Massen, Warzenschweine, Storche, Antilopen und Meerkatzen. Die Fotos im Blog wiederholen sich langsam, die Begegnungen mit wilden Tieren werden jedoch nicht langweilig. Ok, man schreit vielleicht nicht mehr so auf, wenn wieder irgendwo eine Giraffe auftaucht, aber jedes Tier, jede Gruppe ist anders, mit anderen Dingen beschäftigt und reagiert auch anders auf uns. Je nach Entfernung und Tier reagieren auch wir unterschiedlich:-) Im Moremi standen wir mal plötzlich inmitten einer Horde Elefanten (durch Bäume und Farbe sieht man sie oft erst spät). Du sitzt am Steuer, erste Reaktion: Bremsen. Dann überlegst du: stehenbleiben und hoffen, dass sie einfach an dir vorbeilaufen oder weiterfahren und damit auf dich aufmerksam machen. Aggressive Elefanten können locker mal einen Geländewagen umwerfen. In dem Fall sind wir langsam weitergefahren, teilweise waren wir gerade mal zwei Meter voneinander entfernt. In den Parks sind die Tiere ja angeblich an Autos gewöhnt, aber es sind dennoch wilde Tiere, man wird überall gewarnt und sollte vorsichtig sein.
Unser nächstes Highlight werden die Victoriafälle sein. Im Moment sieht es so aus, als fahren wir selbst dorthin. Aufgrund der hohen Kosten für Visum, Grenzübertritt und Eintritt hatten wir darüber nachgedacht, uns einer organisierten Tour über einen lokalen Reiseanbieter anzuschließen. Leider sind solche Touren noch teurer (200€ p.P.!), also fahren wir wohl selbst.
Donnerstag, 16. August 2012
Caprivi
Viel neues gibt es nicht zu sagen. Wir sind jetzt schon ein paar Tage im Caprivi - Streifen in Namibia. Die Landschaft wird grüner. Die Bäume höher. Das Klima ist subtropisch. Wir haben drei Nächte im Ngepi Camp (empfehlenswert/außergewöhnlich/siehe unsere Fotos) am Okavango bzw. Kavango verbracht - sehr schön und entspannend. Wir haben eine zweistündige Fahrt im Einbaum gemacht.
Heute sind wir zum Kwando Fluss weitergefahren. Die Vorräte konnten wir in Kongola auffüllen. Dort gibt es auch eine Tankstelle und einen ATM. Die nächsten Tage verbringen wir am Kwando und morgen geht es in den Mudumu Nationalpark, wo wir wieder einen Gamedrive machen.
Montag, 13. August 2012
Goodbye Botswana, we'll come back again
Die Frage war ernst gemeint. Wer hat Lust, irgendwann in den nächsten Jahren mit uns die Zentralkalahari zu durchqueren? Laut Reiseführer hat die Durchquerung des südlichen Teils "Expeditionscharakter". Insgesamt hat man in Botswana außerhalb der Städte kaum Versorgungsmöglichkeiten, man sollte immer möglichst viel Wasser, Benzin und Lebensmittel bei sich haben. Ein paar Ersatzteile fürs Auto schaden nicht. Für Selbstfahrer wird eine vorübergehende Luftrettungs-Versicherung angeboten, was in sehr abgelegenen Gegenden durchaus Sinn machen kann. Ein Satellitentelefon ist lebenswichtig. Ein Biss einer giftigen Schlangen o.ä. könnte dem Trip ein schnelles Ende bereiten.
Heute fahren wir zurück in Richtung Namibia, auch wenn uns Botswana insgesamt besser gefällt und es noch eine Menge zu entdecken gibt - es sind einfach zu viele Kilometer, zu schlechte Straßen und wir haben im Moment genug davon. Heißt, wir müssen wiederkommen;-)
Unser Plan ist nun, die nächsten Tage/Wochen im Caprivistreifen zu verbringen. Wir haben ein paar Tipps bekommen, wo es schön sein soll und darauf freuen wir uns nun.
Sonntag, 12. August 2012
Zentralkalahari
Die Zentralkalahari haben wir hinter uns gelassen. Frisch geduscht sind wir zurück in Maun auf unserem Campingplatz. Schon die Anfahrt dorthin war ein Abenteuer. Als erstes ging es ca. 200 km auf Teerstrasse, auf der man wie bei einem Computerspiel Hindernissen ausweichen musste, d.h. Rindern, Ziegen, Eseln, tiefen Schlaglöchern, alle 50 km ein neuer Level. Dann zweigte bei Rakops eine Sandpiste ab. Tiefsandige Abschnitte wechselten sich ab mit so tief ausgefahrenen Spuren, dass man dachte das Auto setzt jeden Moment auf. Nach einer Stunde Fahrt und langen 43 km kam das Gate zum Reservat. Dann ging es auf weiteren 40 km sandiger Piste zu unserer ersten Campsite.
Der maximale Temperaturunterschied betrug 30 °C (-2 bis 28 °C). Die Zentralkalahari ist Afrika wie im Bilderbuch. Es ist weit und breit keine Menschenseele. Manchmal trifft man tagelang niemanden an. Wir sind vollkommen auf uns allein gestellt. Die Parkverwaltung rät dazu, den Park mindestens mit zwei Autos im Konvoi zu befahren. Hier wird das mitgebrachte Wasser zur grössten Kostbarkeit und dient nur einem Zweck: Trinken.
Die Pistenverhältnisse im Park wechseln zwischen sandig und tiefsandig. Mittlerweile haben wir ein paar hundert Kilometer Übung und zittern nicht mehr vor jeder Tiefsandpassage. Das Wichtigste ist genügend Wasservorrat und ein funktionierendes Auto. Wie hier eine Fahrzeugbergung stattfinden soll übersteigt sowieso meine Vorstellungskraft. Egal...das Auto hielt und machte alles mit. Jetzt sind wir wohlbehalten und um eine tiefgründige Erfahrung reicher zurück in Maun. Die Zentralkalahari gehört für uns zu den absoluten Highlights unserer bisherigen Reise. Schon jetzt steht fest: Botswana, jederzeit wieder. Wir schmieden schon Pläne für nach der Weltreise von einer Durchquerung der Zentralkalahari. Das darf man nur mit mindestens zwei Autos. Wer hat Lust mitzumachen;-) ?
Donnerstag, 9. August 2012
Es ist Winter auf der Südhalbkugel...
Puh, nachts haben wir hier momentan Werte um den Gefrierpunkt. Wir sind eingepackt bis auf die Nasenspitze. Und die muss man ab und an zum Aufwärmen in den Schlafsack stecken... Die letzten Tage haben wir uns in Maun einquartiert, auf einem netten Campingplatz am Thamakalane-River. Haben tagsüber die Sonnenstrahlen genossen, einige Dinge erledigt und relaxed.
Gerade fahren wir in Richtung Zentralkalahari. Benzin-, Wasser- und Lebensmittelvorräte sind für die nächsten 5-6 Tage aufgefüllt. In den Parks/Reservaten gibts im Gegensatz zu den meisten Parks in Namibia nichts davon. Zumindest laut Reiseführer und Internet. Wir erleben hier ja immer wieder Überraschungen, beispielsweise, wenn es doch Duschen gibt obwohl wir die Info hatten, dass es gar kein Wasser gibt.
Das Central Kalahari Game Reserve ist das größte und einsamste Schutzgebiet im südlichen Afrika. Der nördliche Teil, den wir bereisen, ist relativ gut erschlossen und hier leben auch die meisten Tiere. Der südliche Teil ist wesentlich einsamer und schwerer zugänglich, den werden wir nicht in Angriff nehmen. Die Kalahari ist eine wasserlose Halbwüste, die überwiegend aus Gras- und Dornbuschsavannen besteht.
Die Campingplätze müssen auch hier Monate vorher reserviert werden, sonst hat man keine Chance, innerhalb des Parks zu übernachten. Da wir ein paar Highlights Namibias und Botswanas unbedingt sehen wollten, haben wir die Camps schon in Deutschland reserviert (ebenso im Etosha, Moremi und Sesriem). Wir haben genügend Puffertage eingebaut, um flexibler zu bleiben, was auch gut war.
Nach unserem Besuch in der Zentralkalahari werden wir nach Lust und Laune noch einen Abstecher zu den Makadikadi-Pans machen, diese gelten als die größten Salzpfannen der Welt. Anschließend fahren wir vermutlich zurück nach Namibia in den Caprivistreifen.
Hier in Botswana sind mehrere Veterinärzäune durch das Land gezogen worden, die verhindern sollen, dass Rinderseuchen (v.a. die Maul- und Klauenseuche) ausbricht. Man kommt immer wieder an Kontrollpunkte, bei denen der Inhalt des Kühlschranks kontrolliert wird (man darf keine frischen Milch- und Fleischprodukte über diese Kontrollpunkte hinaus transportieren). Außerdem muss man aussteigen, durch braune Matsche laufen, um die Schuhe zu desinfizieren und die Räder werden a la Ghostbusters abgespritzt oder man fährt durch eine braune Suppe.
Freitag, 3. August 2012
In Botswana angekommen
Hier ist alles etwas anders als in Namibia:).
Mittwoch, 1. August 2012
auf dem Weg nach Botswana
Wir befinden uns im Moment ca. 30 km vor der botswanischen Grenze und übernachten hier auf einer Farm. Gerade steht eine Horde Kudus vor uns und schaut genauso neugierig wie wir:-) Morgen früh werden wir nach Botswana einreisen, was scheinbar ein Erlebnis der besonderen Art sein soll (laut anderer Reisender und Reiseführer).
Heute waren wir noch kurz in Windhoek, um auf der Bank noch ein paar Namibian Dollars in botswanischecPula umzutauschen. Das muss man 24 Std. (!) vorher anmelden, was wir natürlich aus Unwissenheit nicht gemacht hatten. Der Bankangestellte machte eine Ausnahme, schickte uns dann erstmal weiter, da wir ein reciept brauchten, dass wir Namibian Dollars abgehoben haben. Ok. Dort erzählte uns dann die nächste Angestellter, dass es heute frühestens um 15 Uhr wieder Pula gibt (man muss dazu sagen, dass wir überall anstehen mussten.Heute ist der 1.8., es bilden sich Anfang des Monats Schlangen bis an die Straße). Wir sind dann mit reciept zurück zu dem anderen Angestellten und der hat uns doch dann tatsächlich noch Pula geben können. Hatte er zufällig noch da... Nach zahlreichen Formularen und 4 Unterschriften hatten wir nach ca. einer Stunde dann Geld getauscht. Schnell. Eigentlich hätte es ja + - 24 Stunden gebraucht;-)
Nach unserem Besuch in der Namibwüste haben wir in Solitaire übernachtet. Ein kleines Fleckchen nördlich von Sesriem, wo es eine Tankstelle, eine Bäckerei mit legendärem Apfelkuchen, ein Shop und eine Lodge mit Campingplatz gibt. So langsam fahren wir scheinbar Orte an, die eher von Langzeitreisenden angesteuert werden. Wir lernen interessante Leute mit interessanten Geschichten kennen. Gespräche laufen größtenteils in Englisch ab, wenn wir nicht gerade auf Deutsche treffen.
Von Solitaire aus fuhren wir dann über den Remhoogte-Pass durch das Naukluftgebirge nach Windhoek, wo wir heute Nacht übernachtet haben (wir mussten wegen unserem vom Unfall demolierten Dachzelt und anderer Kleinigkeiten mal bei African Tracks, unserem Autovermieter, vorbeischauen).
Die Fahrt nach Windhoek ging durch sehr abgelegene Gebiete, wir haben uns das erste Mal wirklich abseits gefühlt. Laut Reiseführer sind die westlichen Gebiete im Kaokoveld abgelegen, hier soll man möglichst nicht ohne Satellitentelefon hinfahren. Komischerweise war dort mehr los als gestern im Naukluftgebirge. Wenn wir hier ne Panne gehabt hätten, wäre sicherlich niemand vorbeigekommen. Im Gebirge waren sogar die Flussläufe gefüllt (auf unserer Reise waren bisher alle trocken), so dass wir mehrere, teilweise fast knietiefe, Flüsse durchfahren mussten. Thomas ist gefahren und hat mehrere Flüsse erstmal durchlaufen. Ich war so frei und hab vom Beifahrersitz zugeschaut, Fotos gemacht und blöde Kommentare abgelassen:-) Nun ist Thomas schon gut in Übung, beherrscht das Fahren in Tiefsand und durch Flüsse. Botswana kann also kommen. Es warten neue Fahrerlebnisse auf Salzpfannen, Matsch und sicher viel Sand, Schotter usw. Mal schaun, vielleicht fahr ich doch auch irgendwann mal die Sandpisten. Spaß machts bestimmt, nur bisher saß Thomas immer am Steuer, wenn Allradstrecken kamen. Jetzt hat er Übung und ich bin zu bequem: keine Lust, stecken zu bleiben und dann mühevoll wieder auszugraben...
Dienstag, 31. Juli 2012
Namib Wüste
Die letzten beiden Tage haben wir in den Sanddünen der Namib verbracht. Die Namib ist nicht ohne Grund das Aushängeschild Namibias. Die Farben der Dünen sind besonders am Morgen und am Abend spektakulär. Übernachtet haben wir in Sesriem direkt im Park. Von dort aus kann man schon ab kurz vor 6 zu den Dünen fahren, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Leider hatten wir heute morgen Nebel. Dafür war der Sonnenuntergang gestern abend um so schöner. Man fährt zunächst etwa 60 km auf einer Teerstrasse die an einem 2x4 Parkplatz endet. Ab da kommt man nur noch mit Allrad weiter. Hier haben wir das zweite Mal in Namibia den Allradantrieb aktivieren müssen. Die nächsten 5 km sind teilweise ziemlich tiefsandig. Am besten reduziert man noch den Reifendruck und fährt zügig durch, ohne viel zu lenken. Muss man im Tiefsand anhalten, fährt man sich auch mit Allrad beim Wiederlosfahren schnell fest. Hier hilft dann der untersetzte Allradmodus. Das Auto ackert sich dann sehr langsam, aber mit viel Kraft durch den Sand. Das macht echt Spass und war schon mal eine gute Übung für die Sandpisten in Botswana. Bis auf wenige Strecken ist in Namibia ein Zweiradantrieb ausreichend.
Sonntag, 29. Juli 2012
Namib Naukluft Park
Drei Tage sind wir jetzt in der Namib-Sektion des Parkes unterwegs - fast allein. Zu Beginn ging es auf dem Welwitscha Drive (siehe google) durch Wüstenlandschaft, dann durch weite einsame Graslandschaften.
Zuvor waren wir noch in Walvisbay, in dessen Umgebung die Sanddünen der Namib bis zum Atlantik reichen - beeindruckend.
In Swakopmund hatten wir noch unsere Lebensmittelvorräte und unsere Gasflasche aufgefüllt. Wir hatten uns etwas darüber geärgert, dass wir in der Stadt zwei Nächte verbracht haben. Ein Nachmittag hätte gereicht. Das Zentrum ist nicht groß und wirkt wie eine Filmkulisse. Das Wetter war wenig einladend.
Der Namib Naukluft Park dagegen ist ein paar Tage Wert.
My name is Hans. I'm from Damaraland.
Jeder zweite Bettler hier nennt sich Hans, hat angeblich deutschstämmige Eltern. Jeder sagt denselben Spruch auf. Wer nicht Hans heißt, heißt Manfred:-)
Wir sind nun seid drei Tagen im Namib-Naukluft-Park und die Wüste zeigt sich uns in allen möglichen Varianten. Im Moment sitzen wir in einer gelb-grünen Graslandschaft, extrem flach, extrem trocken und recht windig, wodurch man die Hitze nicht so merkt.
Unser Campground hat eine Nische im Felsen, die schön schattig und windgeschützt ist, so dass wir den heutigen Tag hierbleiben und einfach mal nichts tun, d.h.lesen, Emails und Tagebuch schreiben und ab und an den Arm heben, um Fliegen zu verscheuchen. Hier im Park gibts keine Duschen. Ob uns deshalb die Fliegen so gern besuchen kommen? Möglich... Ansonsten hatten wir bisher übrigens täglich ne Dusche zur Verfügung und meist auch Toiletten mit Spülung. Das hatte ich von Afrika eigentlich nicht erwartet. Ich habe mir vieles anders, ärmlicher vorgestellt. Aber Namibia ist vielleicht auch kein typisch afrikanisches Land, war deutsche Kolonie.
Gestern mussten wir unseren Campingplatz hier nebenan fluchtartig verlassen, da uns ein Bienenschwarm regelrecht attackiert hat. Keine Stiche, aber die Biester sind hinter uns her und auf irgendetwas abgefahren, was wir in einer Box hatten. Seitdem sind wir bei jeder Biene, die vorbeischaut, in Hab-Acht-Stellung:-)
Ich weiß garnicht, ob wir es schon geschrieben haben: uns gehts (wieder) gut. Der Schock ist verdaut, mein Knie wird wieder und nun geht die Reise weiter. Hoffentlich unter einem besseren Stern. Apropos Stern: Der Sternenhimmel hier ist phantastisch. Milchstraße, klare Sicht, ab und an Sternschnuppen - vorgestern habe ich eine mit einem langem Schweif gesehen (und mir natürlich etwas gewünscht). Heute Nacht war der Mond beim Untergehen orange gefärbt.
Die Nächte hier sind von der Temperatur her sehr abwechslungsreich. Von 4 bis 15°C, unberechenbar. Man nimmt also abends am besten alles mit ins Zelt und zieht nachts dann an oder aus, macht den Schlafsack auf oder zu. Zum Glück hatten wir bisher keine Minusgrade, so wie es hier im Winter eigentlich üblich ist.
Dienstag, 24. Juli 2012
Das weitere Geschehen
Gestern Vormittag haben wir den accident report von der Polizeistation in Karibib abgeholt. Darin wurde der Unfallhergang geschildert. Es stand nichts von "fahrlässig" oder "schuldig" darin, d.h. wir hatten alles richtig gemacht. Die Versicherung übernimmt wohl den Schaden.
Der Polizist, mit dem ich am Tag zuvor auf der Wache war, hatte dies schon erwähnt, aber jetzt hatten wir es schwarz auf weiß.
Als ich am Tag des Unfalls mit zur Polizei fuhr, hatte diese gerade ein paar Jugendliche gefasst, die die Tasche eines anderen Jugendlichen gestohlen hatten. Jedenfalls hatten diese auch nach mehrmaligem Ermahnen keine Ruhe gegeben. Als Strafe mussten sie dann Liegestützen machen bis sie nicht mehr konnten. Auf der Wache herrschte eine heitere Atmosphäre. Nach etwa 90 Minuten Berichterstellung wurde ich dann freundlicherweise sogar ins 30 km entfernte Usakos gefahren, wo Anne in einem Restaurant auf mich wartete. Als wir dann abends noch unser neues Auto erhielten, hat mir einer vom Abschleppdienst Bilder anderer Unfälle auf dieser Strecke gezeigt, die teilweise nicht sehr appetitlich aussahen. Wir hatten echt Glück.
Heute sind wir in Swakopmund am Atlantik, ein kleines Städtchen mit europäischem Flair. Aber so richtig gefällt es uns hier nicht. Tagsüber ist es kalt und nebelig. Erst um 3 kommt die Sonne raus.
Morgen geht es dann weiter Richtung Namibwüste. Weiter gehts....auch wenn sich Anne gestern zu allem Übel noch eine Knieverletzung zugezogen hat.... Den letzten beißen die Hunde!!!