Reiseablauf:
Die Räder noch immer im Gepäck sind wir am 2.1.2014 nach Lima in Peru geflogen. Peru war zum Radfahren wenig einladend, so dass wir uns per Bus Richtung Süden durchgeschlagen haben. Da wir von Peru wenig begeistert waren, ging es dann schon nach 12 Tagen mit dem Bus zur chilenischen Grenze. Die Grenze haben wir mit dem Fahrrad in einer Etappe von Tacna nach Arica überquert. Von Arica aus besuchten wir den Lauca Nationalpark im Andenhochland auf etwa 4500 Meter mit einem Mietwagen. Unsere Räder haben wir per Fracht nach Temuco im chilenischen Seenland geschickt, wo wir das Reisen noch einmal per Rad probieren wollten. Wir sind dann per Bus über Santiago bis Temuco nachgereist. Knapp zwei Wochen lang sind wir dort mit den Rädern eine Runde gefahren. Der Funke konnte jedoch nicht mehr überspringen, so dass wir die Räder anschließend verkauften. Nach etwa fünf Wochen in Chile, flogen wir nach Costa Rica, das wir aus einem Urlaub kannten. Wir konzentrierten uns auf die Osa Halbinsel an der südlichen Pazifikküste und auf die Karibikküste. Nach Panama haben wir einen fünftägigen Abstecher gemacht, um dort das Inselarchipel Bocas del Toro zu besuchen.
Am 31.3.2014 beendeten wir unsere 21monatige Weltreise in Costa Rica und flogen zurück nach Deutschland.
Übernachtung pro Tag pro Person:
Peru: 15,1 Euro
Chile: 17,1 Euro
Costa Rica: 26,4 Euro
Panama : 25,6 Euro
Essen pro Tag pro Person:
Peru : 4,3 Euro
Chile: 5,8 Euro
Costa Rica: 5,8 Euro
Panama: 5,5 Euro
Transport pro Tag pro Person:
Peru: 5,6 Euro
Chile: 10,6 Euro
Costa Rica: 8,3 Euro
Panama: 6,5 Euro
In Peru und Chile haben wir in meistens in einfacheren Hotels übernachtet. In Costa Rica und Panama haben wir nicht mehr so sehr aufs Geld geachtet und uns neben günstigen Unterkünften gelegentlich teure Lodges oder Bungalows und Hotels im mittleren Preissektor gegönnt. Vier Mal haben wir in Costa Rica gezeltet.
Unser Essen haben wir in hauptsächlich im Supermarkt gekauft. In Costa Rica haben wir gelegentlich auch in Cocinas Economicas gegessen.
Transportmittel war in Peru fast außschließlich Bus, in Chile Bus, Rad und 4 Tage Allrad Mietwagen. In Costa Rica und Panama Bus und Boot und Taxi.
Gesundheit:
Keine nennenswerten Vorkommnisse.
Ausrüstung:
In Peru und Chile hatten wir die Räder noch dabei und sie dann in Chile verkauft. In Chile haben wir uns unsere Trekking Sachen aus Deuschland schicken lassen. Einen Teil der Radausrüstung haben wir nach Deutschland geschickt.
In Chile ist die Benzinpumpe unseres Kochers abgebrochen, so dass wir in Costa Rica auf Gas umgestiegen sind.
Unsere bisherigen Lieblingsreiseziele:
Meine: Costa Rica gesellt sich auf die Topplätze neben Botswana und Mexico.
Annes: Südsee; Mexiko, Costa Rica
Sichtbare Umweltprobleme unserer Reiseziele:
In Peru waren wir 12 Tage in trockenen Wüstengebieten entlang der Küste unterwegs, so dass ich als für uns sichtbare Umweltprobleme nur Vermüllung des Meers und der Umgebung besiedelter Gebiete nennen kann. Die Abholzung des Regenwaldes auf der anderen Seite der Anden oder die Abholzung von Wäldern Im Hochland, die oft dramatische Erdrutsche zur Folge haben ist sicher vielen ein Begriff.
In Chile gibt es in fruchtbaren Gebieten exzessive Landwirtschaft und Agrarwirtschaft mit Monokulturen, die in dem Ausmaß selbst in Deutschland nicht zu finden sind.
In Costa Rica ist die Besiedlung von Regenwaldgebieten und die damit verbundende Abholzung ein Problem. Obstplantagen, allen voran Bananenplantagen sind im Süden oft zu sehen. Oft liegt eine übermäßige Belastung von Schutzgebieten durch Tourismus aufgrund schlechter Konzepte vor. Illegales Jagen und illegale Wildtierhaltung ist immer noch ein Problem.
In Panama ist uns die Vermüllung negativ aufgefallen.
Menschen und Kulturen:
Peruaner erlebten wir überwiegend als zickige, desinteressierte Menschen. Wir fühlten uns als Touristen nicht willkommen, hatten große Sicherheitsbedenken wegen der allgegenwärtigen Busüberfälle und Naturkatastrophen (Erdrutsche uvm. im Hochland). Wie in kaum einem anderen Land hatten wir den Eindruck, dass Reisende für einen recht geringen Gegenwert finanziell ausgenommen werden. Kulturell haben wir aufgrund unserer recht kurzen Aufenthaltsdauer wenig mitbekommen, nur dass Peruaner wie eigentlich alle Mittel- und Südamerikaner sehr gläubig sind und beinahe täglich eine Heiligenfigur feiern. In den Vororten der großen Städte und auf dem Land wird man sich schnell der Armut dieses Landes bewusst.
Schon am Grenzübergang nach Chile wurde und klar, dass Chilenen eine völlig andere Mentalität haben. Im Grunde ist Chile sehr westlich geprägt, oft fielen uns Gemeinsamkeiten mit Europa auf, die typische Mittel- und südamerikanische Manana-Kultur ist hier nicht so präsent, Infrastruktur hervorragend, alles verläuft etwas geregelter. Besonders auffallend war die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Chilenen: wir hatten tatsächlich in keinem anderen Land auf unserer Weltreise so viele lustige und interessante Begegnungen mit Einheimischen - und das meist auf Spanisch:-)
Costa Rica haben wir zwar schon einmal bereist, mussten aber feststellen, dass wir damals die Costa Ricaner nicht wirklich kennengelernt haben. Das ist zwar nicht verwunderlich, da die Tiere und Natur des Landes das Highlight sind, dennoch hatten wir auf unserer Weltreise nun auch viele interessante Begegnungen mit Costa Ricanern. Wir fühlten uns im Land oft nach Mexiko zurückversetzt: Busse, Taxis etc. - alles funktioniert irgendwie und auch recht gut. Costa Ricaner sind meist sehr aufmerksame und nette Menschen, aber auch sehr zurückhaltend. Übermäßiger Alkoholkonsum ist ein Problem im Land, wir bekamen jedoch nicht viel davon mit im Vergleich zu anderen Ländern (Australien, Mexiko). Kulturelles? Glaube/Kirchen und Fußball.
Von Panama haben wir nicht viel gesehen und Bocas Town war so touristisch, dass man hier eigentlich nicht von Panama sprechen kann. Auf den Busfahrten durch den Norden des Landes bekamen wir einen kleinen Eindruck und konnten ein paar Unterschiede zu Costa Rica feststellen: wir sahen viele Angehörige unterschiedlicher indigener Volksstämme, was an der dunklen Haut, der ganz anderen Gesichtszüge und an den traditionellen Kleidern erkennbar war. Verkehrsmittel sind wesentlich älter als in Costa Rica, vollgestopft wie so oft in Asien, auf dem Land leben die Einwohner Panamas oft sehr einfach.
Sicherheit auf Reisen:
Keine Vorkommnisse. In Peru haben wir uns zum ersten Mal auf der Weltreise wirklich unsicher gefühlt, da hier 2 bis 3 Überfälle im Monat auf Überlandbusse durch organisierte Banden stattfinden. Betroffen sind hauptsächlich sind alle Routen die über Lima laufen. Das war ein Grund, warum wir uns in Peru nicht wohl gefühlt haben.
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Freitag, 11. April 2014
Samstag, 15. Februar 2014
Resümee unserer siebenmonatigen Fahrradreise durch Teile Europas und Amerikas
Die 7 Monate unserer Reise waren wir mit unseren Fahrrädern in der Welt unterwegs. Wir bereisten dabei Landesteile von Deutschland, Österreich, Ungarn, Mexiko, Peru und Chile.
Von den 7 Monaten saßen wir ca. 4 Monate täglich auf den Rädern, die restlichen 3 Monate haben wir am Strand, mit Sightseeing, Erholungspausen, mit Fahrradmontage und Heimatbesuchen, im Flugzeug oder Bus verbracht.
Insgesamt 6850km fuhren wir mit den Rädern, entlang zahlreicher Flüsse Europas, durch die österreichischen Alpen, im tropischen Yucatan, durch die Wüsten der Baja California und Teile der Atacamawüste und in der Seenregion Chiles:
2600km in Europa
2125km auf der Halbinsel Yucatan/Mexiko
1630km auf der Halbinsel Baja California/Mexiko
495km in Peru und Chile
Wir haben hiermit eine neue Reiseart für uns entdeckt: die bisher intensivste und eindrucksvollste Art ein Land zu bereisen. Radreisen sind in vielerlei Hinsicht anstrengend (welches Reisemittel ist das nicht), aber auch sehr empfehlenswert.
Unser Fazit: Die beste Reiseart, um Natur und Menschen eines Landes hautnah zu erleben. Das machen wir wieder!
Vor 2 Tagen haben wir unsere Fahrräder und Teile der Ausrüstung verkauft, einiges mit der Post nach Hause geschickt und nun reisen wir um einige Kilos Gepäck erleichtert ohne Fahrräder weiter.
Von den 7 Monaten saßen wir ca. 4 Monate täglich auf den Rädern, die restlichen 3 Monate haben wir am Strand, mit Sightseeing, Erholungspausen, mit Fahrradmontage und Heimatbesuchen, im Flugzeug oder Bus verbracht.
Insgesamt 6850km fuhren wir mit den Rädern, entlang zahlreicher Flüsse Europas, durch die österreichischen Alpen, im tropischen Yucatan, durch die Wüsten der Baja California und Teile der Atacamawüste und in der Seenregion Chiles:
2600km in Europa
2125km auf der Halbinsel Yucatan/Mexiko
1630km auf der Halbinsel Baja California/Mexiko
495km in Peru und Chile
Wir haben hiermit eine neue Reiseart für uns entdeckt: die bisher intensivste und eindrucksvollste Art ein Land zu bereisen. Radreisen sind in vielerlei Hinsicht anstrengend (welches Reisemittel ist das nicht), aber auch sehr empfehlenswert.
Unser Fazit: Die beste Reiseart, um Natur und Menschen eines Landes hautnah zu erleben. Das machen wir wieder!
Vor 2 Tagen haben wir unsere Fahrräder und Teile der Ausrüstung verkauft, einiges mit der Post nach Hause geschickt und nun reisen wir um einige Kilos Gepäck erleichtert ohne Fahrräder weiter.
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Dienstag, 14. Januar 2014
Das wars mit Peru
Ein paar Tage waren wir in der Stadt Arequipa und haben überlegt, wie wir weiterreisen.
Letztendlich kamen wir zu dem Schluß, dass uns das Reisen hier nicht gefällt. Verhältnismäßig viel Geld und Aufwand für wenig Leistung. Die Sicherheit kann man nicht so recht einschätzen (u.a. regelmäßig Busüberfälle). Hoch oben in den Anden regnet es viel (Machu Picchu ist derzeit wegen Erdrutschen nicht zugänglich). Die Leute sind auch nicht unsere Wellenlänge. Zum Radfahren läd es uns auch nicht ein, vielbefahrene Straßen, düstere, wenig einladende Orte... Es addieren sich einfach zu viele Dinge.
Nach 3,5 Monaten Dauerhoch in Mexiko, war das fast vorprogrammiert:)
Schade, denn landschaftlich ist es hier echt nicht schlecht.
Heute sind wir mit dem Bus nach Tacna gefahren mitten in der Atacamawüste, die trockenste Wüste der Welt - schöne Szenerie.
Morgen gehts dann mit dem Rad über die Grenze nach Chile. Wir versuchen dort unser Glück;-)
Letztendlich kamen wir zu dem Schluß, dass uns das Reisen hier nicht gefällt. Verhältnismäßig viel Geld und Aufwand für wenig Leistung. Die Sicherheit kann man nicht so recht einschätzen (u.a. regelmäßig Busüberfälle). Hoch oben in den Anden regnet es viel (Machu Picchu ist derzeit wegen Erdrutschen nicht zugänglich). Die Leute sind auch nicht unsere Wellenlänge. Zum Radfahren läd es uns auch nicht ein, vielbefahrene Straßen, düstere, wenig einladende Orte... Es addieren sich einfach zu viele Dinge.
Nach 3,5 Monaten Dauerhoch in Mexiko, war das fast vorprogrammiert:)
Schade, denn landschaftlich ist es hier echt nicht schlecht.
Heute sind wir mit dem Bus nach Tacna gefahren mitten in der Atacamawüste, die trockenste Wüste der Welt - schöne Szenerie.
Morgen gehts dann mit dem Rad über die Grenze nach Chile. Wir versuchen dort unser Glück;-)
Donnerstag, 9. Januar 2014
Paracas, die Islas Ballestas und die Weiterreise
Mit dem Bus fuhren wir also nach Paracas. Wir waren nicht sicher, ob unsere Räder mit in den Bus können, aber das war gegen einen Gepäckaufpreis dann kein Problem. Ein Problem war eher deren Umgang mit den Rädern. Mal schauen, was die Räder so aushalten:-)
Paracas war irgendwie anders als erwartet. Eine Wüstenstadt, die irgendwie zerfallen und im Wiederaufbau scheint. So zeigten sich uns auf der Busfahrt alle Städte an der Küste, was wohl mit dem Erdbeben von 2007 zusammenhängt. Verlässt man Lima, sieht man auf einmal unglaublich viele einfach Bambus- und Lehmhütten und halbfertige Häuser, unglaublich viel Müll und Peru scheint auf einmal sehr arm.
Die Landschaft ist karg, Sandünen und Wüste soweit man schauen kann. Wir waren ziemlich erstaunt, da wir von Peru immer andere Bilder im Kopf hatten: Berge, grün, bunte Menschen und Alpakas. Davon bisher keine Spur:-)
Paracas besucht man hauptsächlich wegen der Islas Ballestas, einem Nationalpark, der aus vielen kleinen Inselchen besteht, die von tausenden von Vögeln (Guanos, Pelikane, Tölpel, Möwen, Reiher uvm.), Seelöwen und Pinguinen bewohnt sind. Dort hinaus kommt man mit einer Bootstour. Vorbei an einer Geoglyphe (kennt man als Nasca-Linien, gibt es aber nicht nur bei Nasca) fuhren wir mit zahlreichen anderen Touristen in Speedbooten zu den Inseln, wurden dort 1 Stunde herumgeschippert und konnten unzählige Fotos machen. Highlight waren natürlich die 7 Humboldt-Pinguine, die sich heute zeigten. Alle Frauen an Board brachen in Entzücken aus;-) Alles in allem ein toller Ausflug, so viele Tiere auf so kleinem Raum sind beeindruckend, der Gestank übrigens auch;-) Alle 7 Jahre wird an der Insel Tonnenweise Vogelmist abgetragen, der dann hier in der Region als Düngemittel benutzt wird.
Auf dem Boot selbst durften wir mal erneut die Zickigkeit der Peruaner erleben. Eine 8köpfige Familie wollte zusammen sitzen (viele Kinder dabei), aber keiner der Landsleute, die gebeten wurden, sich umzusetzen, tat dies. Dies zog sich etwa 10 Minuten hin, die Anwesenden benahmen sich wie bockige Kinder und als das Bootspersonal aufgab, dauerte es keine 2 Minuten und ein Pärchen gab den Platz frei. Was war das denn??
Nachmittags weihten wir unsere Räder auf peruanischem Boden ein: wir fuhren in das Naturreservat Paracas, einer Halbinsel mit unglaublich schöner Wüstenlandschaft, Steilklippen und Stränden. Wir hatten auf der Hinfahrt mächtigen Gegenwind und ganz schön zu treten. Ein paar Stunden sind wir in der Wüste herumgeradelt und haben die Landschaft genossen. Sehr extrem und sehr schön. Für solche Momente lohnt sich die Mitnahme der Räder bisher noch.
Am nächsten Tag sollte unsere Reise durch Peru weitergehen. Nachdem wir auf der Busfahrt Lima-Paracas schon einen Blick auf die Panamericana werfen konnten, war schnell klar, dass wir keine Etappe auf ihr mit dem Rad fahren (ich hatte die Strecke Paracas-Ica im Kopf). Also kauften wir uns ein Busticket ins weit entfernte Arequipa. Ganze 15 Stunden waren wir im Bus unterwegs! Allerdings sind die Luxusbusse hier sehr komfortabel, so dass man das schon mal machen kann: Liegesitze, Filme, Boardservice usw. Die Landschaft änderte sich auf den ca. 800km nicht wesentlich, aber war toll anzuschauen. Die Nasca-Linien sahen wir nur von unten, aber das genügte uns. Arequipa liegt im Süden Perus auf ca. 2300m. Laut Wetterbericht regnet es hier. Wir werden schauen, ob wir von dort auf überhaupt weiter hoch in die Anden fahren oder uns auf den Weg nach Chile machen. Um Cusco und den Titicacasee scheint es momentan doch sehr viel zu regnen, man liest von Erdrutschen und Busunglücken. Uns war von vornherein klar, dass wir hier nicht viel wandern werden können, es ist einfach die falsche Jahreszeit dafür.
Wir sind jetzt noch nicht lang in Peru, aber so richtig warm werden wir hier nicht. Der Reiseführer ist voller Warnhinweise, die Sicherheitsvorkehrungen von Busunternehmen und Hotels ungewohnt extrem. Es scheint also etwas dran zu sein, dass es hier für Touristen nicht ganz ungefährlich ist. Wir lassen uns ja nicht so leicht beunruhigen, aber ein mulmiges Gefühl hinterlässt dies schon. Hinzu kommt, dass Peru unerwartet teuer ist und Gebühren für Dinge verlangt werden, die sich uns noch nicht ganz erschließen, beispielsweise 20€ Eintritt für den Colca Canyon, ein Tal/Schlucht hier bei Arequipa. Warum für eine Landschaft Eintritt zahlen? Ein Nationalpark ja, ein Naturreservat oder Museum oder auch ein Aussichtspunkt gerne, aber eine Landschaft?!
Nunja, wir sind hier gelandet, da der Flug günstig war und machen nun Peru im Schnelldurchlauf. Ich bekomme langsam das Gefühl, Peru ist eines der Länder, welches man besser mit einer effizienten Studienreise bereist: bereits bezahlt, gut organisiert und durch die kulturellen Highlights Perus geführt.
Paracas war irgendwie anders als erwartet. Eine Wüstenstadt, die irgendwie zerfallen und im Wiederaufbau scheint. So zeigten sich uns auf der Busfahrt alle Städte an der Küste, was wohl mit dem Erdbeben von 2007 zusammenhängt. Verlässt man Lima, sieht man auf einmal unglaublich viele einfach Bambus- und Lehmhütten und halbfertige Häuser, unglaublich viel Müll und Peru scheint auf einmal sehr arm.
Die Landschaft ist karg, Sandünen und Wüste soweit man schauen kann. Wir waren ziemlich erstaunt, da wir von Peru immer andere Bilder im Kopf hatten: Berge, grün, bunte Menschen und Alpakas. Davon bisher keine Spur:-)
Paracas besucht man hauptsächlich wegen der Islas Ballestas, einem Nationalpark, der aus vielen kleinen Inselchen besteht, die von tausenden von Vögeln (Guanos, Pelikane, Tölpel, Möwen, Reiher uvm.), Seelöwen und Pinguinen bewohnt sind. Dort hinaus kommt man mit einer Bootstour. Vorbei an einer Geoglyphe (kennt man als Nasca-Linien, gibt es aber nicht nur bei Nasca) fuhren wir mit zahlreichen anderen Touristen in Speedbooten zu den Inseln, wurden dort 1 Stunde herumgeschippert und konnten unzählige Fotos machen. Highlight waren natürlich die 7 Humboldt-Pinguine, die sich heute zeigten. Alle Frauen an Board brachen in Entzücken aus;-) Alles in allem ein toller Ausflug, so viele Tiere auf so kleinem Raum sind beeindruckend, der Gestank übrigens auch;-) Alle 7 Jahre wird an der Insel Tonnenweise Vogelmist abgetragen, der dann hier in der Region als Düngemittel benutzt wird.
Auf dem Boot selbst durften wir mal erneut die Zickigkeit der Peruaner erleben. Eine 8köpfige Familie wollte zusammen sitzen (viele Kinder dabei), aber keiner der Landsleute, die gebeten wurden, sich umzusetzen, tat dies. Dies zog sich etwa 10 Minuten hin, die Anwesenden benahmen sich wie bockige Kinder und als das Bootspersonal aufgab, dauerte es keine 2 Minuten und ein Pärchen gab den Platz frei. Was war das denn??
Nachmittags weihten wir unsere Räder auf peruanischem Boden ein: wir fuhren in das Naturreservat Paracas, einer Halbinsel mit unglaublich schöner Wüstenlandschaft, Steilklippen und Stränden. Wir hatten auf der Hinfahrt mächtigen Gegenwind und ganz schön zu treten. Ein paar Stunden sind wir in der Wüste herumgeradelt und haben die Landschaft genossen. Sehr extrem und sehr schön. Für solche Momente lohnt sich die Mitnahme der Räder bisher noch.
Am nächsten Tag sollte unsere Reise durch Peru weitergehen. Nachdem wir auf der Busfahrt Lima-Paracas schon einen Blick auf die Panamericana werfen konnten, war schnell klar, dass wir keine Etappe auf ihr mit dem Rad fahren (ich hatte die Strecke Paracas-Ica im Kopf). Also kauften wir uns ein Busticket ins weit entfernte Arequipa. Ganze 15 Stunden waren wir im Bus unterwegs! Allerdings sind die Luxusbusse hier sehr komfortabel, so dass man das schon mal machen kann: Liegesitze, Filme, Boardservice usw. Die Landschaft änderte sich auf den ca. 800km nicht wesentlich, aber war toll anzuschauen. Die Nasca-Linien sahen wir nur von unten, aber das genügte uns. Arequipa liegt im Süden Perus auf ca. 2300m. Laut Wetterbericht regnet es hier. Wir werden schauen, ob wir von dort auf überhaupt weiter hoch in die Anden fahren oder uns auf den Weg nach Chile machen. Um Cusco und den Titicacasee scheint es momentan doch sehr viel zu regnen, man liest von Erdrutschen und Busunglücken. Uns war von vornherein klar, dass wir hier nicht viel wandern werden können, es ist einfach die falsche Jahreszeit dafür.
Wir sind jetzt noch nicht lang in Peru, aber so richtig warm werden wir hier nicht. Der Reiseführer ist voller Warnhinweise, die Sicherheitsvorkehrungen von Busunternehmen und Hotels ungewohnt extrem. Es scheint also etwas dran zu sein, dass es hier für Touristen nicht ganz ungefährlich ist. Wir lassen uns ja nicht so leicht beunruhigen, aber ein mulmiges Gefühl hinterlässt dies schon. Hinzu kommt, dass Peru unerwartet teuer ist und Gebühren für Dinge verlangt werden, die sich uns noch nicht ganz erschließen, beispielsweise 20€ Eintritt für den Colca Canyon, ein Tal/Schlucht hier bei Arequipa. Warum für eine Landschaft Eintritt zahlen? Ein Nationalpark ja, ein Naturreservat oder Museum oder auch ein Aussichtspunkt gerne, aber eine Landschaft?!
Nunja, wir sind hier gelandet, da der Flug günstig war und machen nun Peru im Schnelldurchlauf. Ich bekomme langsam das Gefühl, Peru ist eines der Länder, welches man besser mit einer effizienten Studienreise bereist: bereits bezahlt, gut organisiert und durch die kulturellen Highlights Perus geführt.
Sonntag, 5. Januar 2014
Wir radeln weiter: auf Erkundungstour durch die Andenstaaten
Die Entscheidung ist gefallen: die Räder kommen mit. Wir werden Bus und Rad kombinieren, sofern das möglich ist. Wenn man im Internet Blogs anderer Südamerika-Radler googled, sieht man recht schnell, dass das viele so machen. Ich dachte immer, hier unten fahren nur die ganz Harten... Aber die gibt es ganz sicher auch:-)
Wir werden versuchen, das Projekt Südamerika gemütlich anzugehen.
Zunächst verlassen wir Lima mit dem Bus in Richtung Süden, unser erstes Ziel werden Paracas und die Islas Ballestas sein. Bis dahin schrauben wir noch die letzten Teile an die Räder und machen ein paar Besorgungen. Wir sind froh, wenn wir aus Lima heraus sind. Das Großstadtgetümmel wächst uns nach der langen Zeit in Mexiko über den Kopf und viele Limoñes, wie die Bewohner Limas genannt werden, zeigen sich leider nicht von der charmantesten Seite. Sehr ungeduldige, ruppige Menschen. Vielleicht schadet der viele Nebel dem Gemüt, Lima und die ganze Küstenregion ist einen Großteil des Jahres im Nebel.
Wir werden versuchen, das Projekt Südamerika gemütlich anzugehen.
Zunächst verlassen wir Lima mit dem Bus in Richtung Süden, unser erstes Ziel werden Paracas und die Islas Ballestas sein. Bis dahin schrauben wir noch die letzten Teile an die Räder und machen ein paar Besorgungen. Wir sind froh, wenn wir aus Lima heraus sind. Das Großstadtgetümmel wächst uns nach der langen Zeit in Mexiko über den Kopf und viele Limoñes, wie die Bewohner Limas genannt werden, zeigen sich leider nicht von der charmantesten Seite. Sehr ungeduldige, ruppige Menschen. Vielleicht schadet der viele Nebel dem Gemüt, Lima und die ganze Küstenregion ist einen Großteil des Jahres im Nebel.
Freitag, 3. Januar 2014
Ciudad de Mexico fantastico y Bienvenidos a Lima
Reisen kann so anstrengend sein... Zwei unendlich lange Reisetage liegen hinter uns. Von La Paz auf der Baja California flogen wir nach Mexiko Stadt. Den 14stündigen Aufenthalt (der Flug war unschlagbar günstig) nutzen wir für eine Stadterkundung. Am 1.1. war die Stadt zunächst unheimlich leer, kaum Verkehr und kaum Menschen. Raketenreste und Müll in Seitenstraßen und Dekorationen am Zocalo zeugten von der großen Party letzte Nacht. Im Zentrum staunten wir nicht schlecht: Mächtige Kolonialbauten, prunkvolle Kathedralen und gepflegte Parkanlagen neben Ruinen von Aztekentempeln und zuguterletzt eine Schlittschuhbahn am Zocalo bei 20°C. Da sind sogar wir Kulturbanausen begeistert. Die Innenstadt hat ein tolles Flair, wir hatten da eher ein hässliches Großstadtmoloch erwartet. Das macht Lust auf mehr, Zentralmexiko will von uns noch bereist werden. Dank Opodo haben wir zu unserem unschlagbar günstigen Flug nach Lima noch ein kostenloses Rückflugticket für Ende Januar bekommen (220€ La Paz-Mexiko Stadt-Lima-Mexiko Stadt-La Paz). Falls es uns in Südamerika garnicht gefällt, hätten wir da noch eine Option offen;-) Aber jetzt widmen wir uns erst einmal den Andenländen Peru, Bolivien und Chile.
Auf der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel wirkte Lima auf uns wie ein Großstadtmoloch: chaotisch und hässlich. Allerdings waren wir auch gerade in der Rushhour unterwegs. Die Steilküste hingegen sah toll aus. Die Gegend, in der wir hier wohnen, ist auch nett. Vielleicht besuchen wir hier auch noch das historische Zentrum, mal schauen. Ein paar Tage bleiben wir hier in Lima, um uns etwas von der langen Reise zu erholen, die Räder wieder zusammenzubauen und den weiteren Reiseverlauf zu planen. Die große Entscheidung, ob mit oder ohne Rad weiterreisen, ist noch immer nicht geklärt... Unterstellmöglichkeiten hätten wir nun einige, aber dann steht das Rad hier in Lima und wir müssten gezwungenermaßen zurückkehren. Ohne Rad sind wir dann vermutlich wieder unter Backpackerhorden unterwegs, was uns ehrlich gesagt jetzt schon den Spaß verdirbt. Räder mitnehmen heißt aber auch, mehr Gepäck, mehr Aufwand, höhere Transportkosten, da wir versuchen würden, einige Strecken mit Bussen zurückzulegen. Wir müssen schauen, ob und wie wir die Höhe v.a. beim Radfahren vertragen. Und dann wäre da noch die Regenzeit... In den Anden ist aktuell der niederschlagsreichste Monat. Nicht vergleichbar mit den Tropenregionen, in denen wir schon waren, aber nasskaltes Bergwetter lädt sicherlich nicht gerade zum Radfahren ein. Aber vielleicht haben wir auch Glück und der Klimawandel hat auch hier schon zugeschlagen;-)
Vieles spricht gegen das Rad, vieles dafür. Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass uns die Entscheidung abgenommen wird, indem beispielsweise die Räder beim Flug demoliert werden o.ä. Aber nein, die Räder sehen aus, als wäre nichts gewesen. Wir haben sie diesmal aus Bequemlichkeit nicht in Fahrradkartons verpackt, sondern nur gepolstert. Und siehe da, sie werden besser behandelt als in Kartons. An der Gepäckausgabe wurden die Räder hereingeschoben statt auf das Gepäckband geknallt.
Auf der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel wirkte Lima auf uns wie ein Großstadtmoloch: chaotisch und hässlich. Allerdings waren wir auch gerade in der Rushhour unterwegs. Die Steilküste hingegen sah toll aus. Die Gegend, in der wir hier wohnen, ist auch nett. Vielleicht besuchen wir hier auch noch das historische Zentrum, mal schauen. Ein paar Tage bleiben wir hier in Lima, um uns etwas von der langen Reise zu erholen, die Räder wieder zusammenzubauen und den weiteren Reiseverlauf zu planen. Die große Entscheidung, ob mit oder ohne Rad weiterreisen, ist noch immer nicht geklärt... Unterstellmöglichkeiten hätten wir nun einige, aber dann steht das Rad hier in Lima und wir müssten gezwungenermaßen zurückkehren. Ohne Rad sind wir dann vermutlich wieder unter Backpackerhorden unterwegs, was uns ehrlich gesagt jetzt schon den Spaß verdirbt. Räder mitnehmen heißt aber auch, mehr Gepäck, mehr Aufwand, höhere Transportkosten, da wir versuchen würden, einige Strecken mit Bussen zurückzulegen. Wir müssen schauen, ob und wie wir die Höhe v.a. beim Radfahren vertragen. Und dann wäre da noch die Regenzeit... In den Anden ist aktuell der niederschlagsreichste Monat. Nicht vergleichbar mit den Tropenregionen, in denen wir schon waren, aber nasskaltes Bergwetter lädt sicherlich nicht gerade zum Radfahren ein. Aber vielleicht haben wir auch Glück und der Klimawandel hat auch hier schon zugeschlagen;-)
Vieles spricht gegen das Rad, vieles dafür. Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass uns die Entscheidung abgenommen wird, indem beispielsweise die Räder beim Flug demoliert werden o.ä. Aber nein, die Räder sehen aus, als wäre nichts gewesen. Wir haben sie diesmal aus Bequemlichkeit nicht in Fahrradkartons verpackt, sondern nur gepolstert. Und siehe da, sie werden besser behandelt als in Kartons. An der Gepäckausgabe wurden die Räder hereingeschoben statt auf das Gepäckband geknallt.
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